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Durch die Jahrhunderte der Schuhmode "gestiefelt" |
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Die ersten Menschen trugen weder Bekleidung noch Schuhe, doch auch in geschichtlicher
Zeit waren Schuhe als allgemeines Bekleidungsmittel nicht üblich. Selbst die alten
Ägypter - mit Ausnahme der Pharaonen - trugen keine Schuhe, und auch bei den Griechen
und Römern war dies zunächst nicht Sitte, es sei denn, man bekleidete einen
hohen Rang. Doch gab es auch Ausnahmen. So soll es der griechische Dichter Aeschylus
gewesen sein, der für die Schauspieler Schuhe mit enorm dicken Sohlen einführte
(Abb.1). Diese "Kothurne" genannten, Stiefel sollten die Schauspieler größer
erscheinen lassen, und da die Griechinnen jener Zeit klein und zierlich waren, griffen
sie diese Mode gerne auf. |
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Im 15.Jahrhundert waren die Schuhe spitz und ähnelten eher einem Schlauch, als einem fußgerechten Schuh. Der englische König Heinrich VIII. war nicht nur mit zahlreichen Frauen verheiratet, sondern zeichnete sich auch durch andere Extravaganzen aus. Wie für Spreizzehen gefertigt wirken seine aus weichem Velourleder genähten Schuhe (Abb.8). Nun schlug das Pendel nach der anderen Seite aus, und die Schuhe - Entenschnäbel genannt - wurden immer breiter. Schließlich wurde die Zehenbreite der Schuhe durch Gesetz auf 6 Zoll beschränkt (15cm). Auch dieser Schuhtyp war nach relativ kurzer Zeit überall in Europa zu finden.Ganz verspielt wurden die Stiefel im Rokoko (um 1775). Frankreich hatte in der Zeit nach Ludwig XIV. einen Gipfel modischer Eleganz erreicht, den ganz Europa nachahmte. Die französische Gesellschaft war nun tonangebend. Die Stiefeletten entsprachen dem damaligen Stilgefühl und waren sehr verspielt, was ja ganz allgemein für die Mode der damaligen Zeit galt. (Abb.9) zeigt eine Stiefelette aus Ziegenleder mit Rüschen aus Seide, die etwa um 1800 getragen wurde. Auch die Biedermeierzeit (181-1848) hatte ihre eigene Schuhmode. (Abb. 10) zeigt eine Stiefelette, wie sie die vornehme Bevölkerung trug. Der Schnitt selbst ist relativ einfach, doch weist der Schaft dezente ornamentale Verzierungen auf. Mitte des 19.Jahrhunderts verzierte man dagegen die Schäfte mit Pompons (Abb. 11). |
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Die Schuhe waren betont farbig gehalten, wobei Weiß, Grün, Gelb und Rot
im Vordergrund standen. Weiches Ziegenleder war das ideale Material für solche
Schuhe. Es gab aber auch Kombinationen mit Atlasseide oder Musselin. |
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Es ist gut, hin und wieder daran zu erinnern, welche lange, weit in die Frühgeschichte zurückreichende, Tradition das Handwerk der Schuhmacher hat. |